25 Juli 2003

Kommentar von Kerstin Kuhn

Hallo Sebastian,einfach klasse!

Geschickt eingefädelt, humorvoll verarbeitet. Es geht ja eigentlich die ganze Zeit nur um Brandt, oder? ;-)

Fast nur Dialog, und trotzdem sehe ich die Leute ganz scharf gestochen vor mir, kann mir genau vorstellen, wie es ihnen geht. Die Sprache ist ungemein echt.

22 Juli 2003

Kommentar von Charlotte F.

Hallo Sebastian,

sehr überzeugender Beitrag, finde ich. Die Geschichte ist äusserst lebensnah, man sieht die Figuren förmlich vor sich. Ich könnte mir das Ganze auch gut als Film vorstellen... Sehr realistisch auch die Art und Weise, wie Thomas und seine Familie aneinander vorbeireden, und die vielen Dinge, die deutlich wahrnehmbar ungesagt im Raum stehenbleiben.

Leider ist es mir nicht gelungen, herauszufinden, was genau Du meinst, wenn Du in Deinem "Begleitkommentar" von einem "ernsten Problem" sprichst. Vielleicht klärst Du mich diesbezüglich mal auf?

Komisch hat Deine Geschichte übrigens nicht auf mich gewirkt, eher bedrückend.

Viel Erfolg noch!
Charlotte

Kommentar von Thelmy Booltink

Hallo Sebastian,

Jaja, so labert man dahin und aneinander vorbei an einem Samstagmorgen am Frühstücksküchentisch.

Da soll man nicht depressiv werden. Mit solchen völlig undiskutablen Behauptungen fängt es an.
Ich dachte einen Moment an Ekel Alfred. Aber der hätte es wohl noch schärfer, unhaltbarer gebracht.

Obwohl das Ganze weder Hand noch Fuß hat. Es ist eben keine Kurzgeschichte, sondern ein Fragment aus dem Leben, dem beschissenen. Denn neben einem Lächeln keimt Melancholie auf.

So ist es, wenn Männers in die Wechseljahre kommen.
Hat mir schon gefallen.Viele Grüße
Thelmy

15 Juli 2003

Kommentar von Philipp Reichert

Hallo Sebastian,

du schreibst eine für mich sehr intensive und atmosphärische Geschichte. Die Hauptpersonen sind gut eingeführt und du schaffst es, viele teilweise unterschwellige Konflikte miteinzubringen, z.B. der Generationenkonflikt, Freundin des Sohnes "erobert" den Frühstückstisch, Unstimmigkeiten zwischen den Eltern.

Unheimlich gut hat mir gefallen, dass du es irgendwie geschafft hast, keinen der Charaktere in irgendein Schema einzutüten. Ich vermute, es liegt an den frischen und ungewöhnlichen Dialogen mit viel hintergründigem und trockenem Humor. Man spürt zwar, dass da in dieser Familie etwas lauert, das man nicht direkt aus dem Text erschließen kann, aber trotzdem bekommt man ein gutes Gefühl nach dem Lesen der Geschichte. Es ist wirklich stark.

Nicht ganz habe ich verstanden, worauf die Anspielung mit Willy Brandt abzielen sollte. Geht es um Eddys Sauforgien (die zwar nicht näher erwähnt sind aber höchstwahrscheinlich stattfinden) oder ist sein Vater eine Art verkappter Alkoholiker?

Überrascht hat mich, dass die Eltern offenbar etwas dagegen haben, dass Eddy seine Freundin mitbringt. Die meisten Eltern würden wohl mit einer Art höflichem Automatismus reagieren, auch wenn sie das Mädchen nicht kennen und es ihnen vielleicht sogar unsympathisch ist. Nicht so Eddys Mutter Jutta: Ihr passt es gar nicht, dass Ann-Kristin im Haus übernachtet hat und dass sie frühmorgens mit ihr in Kontakt treten soll. Du lässt offen, welche Gründe das hat. Ist Jutta einfach so gestrickt, oder kann sie sich nicht mit Eddys Erwachsenwerden oder seiner Abkapselung von Zuhause abfinden? Oder geht es doch um einen unterschwelligen Konflikt, spielt der Alkohol in dieser Familie eine Rolle und es soll verhindert werden, dass ein Außenstehender etwas davon mitbekommt?

Dass man sich das selbst überlegen muss und einem eigene Freiräume in dieser Geschichte bleiben, ist gar nicht die schlechteste Lösung, in diesem Fall sogar sehr gut, denke ich.

09 Juli 2003

Kommentar von Monika Romanowsky

Hallo Sebastian,

ich mag Deine Geschichte, weil sie in scheinbarer Normalität eines Sonntagmorgens Abgründe aufzeigt.

Zunächst dachte ich, Du wolltest das zur Friedmann-Geschichte als Beitrag leisten. Aber dann kommt der Schluss und der macht halt nachdenklich, Vater ist also Willy-Brandts brother-in-mind.

Das ist Dir unspektakulär, dafür aber nicht weniger gut gelungen, der Humor blitzt durch kleine Gesten, die einfach wunderbar menschlich und normal sind. Man fühlt sich eben ganz zu Hause.

Und ach ja, wer säuft halt nicht, wer steigt nicht den Mädels (Jungs) nach und wer ist nicht ab und an depressiv. Also auch das Selbsterkennen ist drin, in diesem Sinne prima gemachtliebe Grüße
Moni

Kommentar von Maresa Wunderlich

Hallo Sebastian!

Bin ich froh, dass ich auf diese peinlichen Szenen am Frühstückstisch bisher verzichten durfte ;-)

Ich fand die Geschichte wirklich witzig. Vielleicht nicht zum Brüllen komisch, aber schon die kläglichen Versuche von Thomas, das Gespräch wieder in Gang zu bringen waren ein Highlight. Ich kann mir in etwa vorstellen, wie sich Ann-Christin und Eddy fühlen müssen, wahrscheinlich würden sie gleich wieder rausrennen, wenn sie nicht frühstücken wollten...

Auch die Reaktion der Mutter fand ich hervorragend. Diese Fremde im T-Shirt, die mit ihrem Sohn anscheinend das Bett teilt - kein wunder, dass die geht. Ist ja auch eine etwas miese Überrumpelungstaktik, die der gute Eddy anwendet.

Alles in allem hast du's geschafft, diese eher peinliche Morgenszene mit Humor aufzufangen. Du ziehst keine deiner Figuren ins lächerliche, sondern lässt sie einfach nur agieren und reagieren, und dadurch werden sie so lebendig. Und die Leserin ist ein kleines bisschen schadenfroh und denkt dran, wie sie selber ihren Freund vorgestellt hat... ;-)

Toll gemacht, ehrlich, und ich freu mich schon auf nächsten Monat,Maresa

08 Juli 2003

Kommentar von Nora Händel

Mein lieber Sebastian,

seit wann sitzt du in meiner Familie als Mäuschen unterm Tisch? Das ist eine wunderbare Geschichte!

Sprache: nichts auszusetzen. Klasse, ein Lesegenuß.

Inhalt: Komödie pur, Volltreffer, volle Fahrt voraus, nie auch nur in Ansätzen langweilig.

Setzen! Eins plus!Ahoi.

Komödie: Aufgabe vom Juli 2003 bei www.fiction-writing.de

Am 8. Juli 2003 stelle ich meinen Beitrag "Eddy hat Besuch" mit nicht mehr als 7405 Zeichen bei dem Online-Schreibforum fiction-writing.de ein.

Für die Juli-Aufgabe ist folgende Aufgabenstellung gegeben:

"Komödie (Kurzgeschichte, Umfang 7.000 Zeichen einschließlich Leerzeichen)
Verbreiten Sie gute Laune und verfassen Sie eine komische, vergnügliche oder amüsante Kurzgeschichte. Das Thema stellen wir Ihnen frei, aber humoristisch präsentiert muss es sein.
Stöbern Sie die kleinen Geheimnisse der hohen Kunst des Nonsens auf und entlarven Sie den Humor, als das, was er ist: Ein Handwerk, bei dem man mit etwas Übung auch zum Meister werden kann.
Viel Vergnügen
Ann-Christin Jeschor und Philipp Reichert "

Im Klappentext kündige ich meinen Text mit folgendem Satz an: "7.405 Zeichen und der Versuch ein ernstes Problem mit Humor zu betrachten."

Ich bin geduldig und warte auf die ersten Kommentare...