12 März 2007

Betr./RE: Lektorat Ihres Drehbuchs "Eddy hat Besuch"
















Am 12. März 2007 erhalte ich das Antwortschreiben der KFA Hamburg, die mein Drehbuch lektoriert haben:

"Lieber Sebastian Sukstorf, vielen Dank für die Zusendung des Drehbuchs, "Eddy hat Besuch", das ich als Kammerspiel eines Generationenkonflikts über den Neid der älter Werdenden auf die Jungen bezeichnen würde. Die unkonventionelle Konstellation - schlampige Eltern, trinkender Vater - gemischt mit klassischen Rollenverteilungen - die Mutter, die den Kaffee einschenkt; bildungsbürgerlicher Hintergrund - ist originell und unterhaltsam, hat aber auch eine zweite, ernstere Ebene. Die Story stellt einen sehr gängigen Konflikt dar, dem selten Aufmerksamkeit gewidmet wird. Sie verlangt allerdings gute Schauspieler, da sich der Film fast ausschließlich auf Dialog verlässt.

Charakterzeichnung: Obwohl die Eltern auf ihre Art beide peinlich sind und der Sohn sich eben sehr "sohnmäßig" verhält, wird Sympathie für die Figuren geweckt, der Zuschauer wird also in die Situation hineingezogen. Die Grenze zwischen süß (die Eltern mit ihrem Rollenspiel am Anfang) und peinlich (eifersüchtiger Rückzug Juttas, Bizeps zeigen von Thomas) wird sehr plausibel überschritten. Dies geschieht durch sehr gute Dialoge.

Der Spannungsbogen: Ein humorvoller, projektionsreicher Dialog zwischen den Eltern über das, was man verpasst haben könnte oder mit wem man sich vergleicht, wird durch das Auftauchen des Sohnes gewendet. Der hat, vermutlich das erste Mal, ein Mädchen über Nacht zu Besuch. Die Mutter weigert sich, diese willkommen zu heißen, und "rauscht ab". Der Vater macht auf Kumpel und versucht charmant zu sein, womit er kläglich scheitert.

Ich wünsche weiterhin gutes Gelingen und viel Erfolg mit dem Drehbuch, das mir wirklich gut gefallen hat."